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Dennis Essert hängt seine Fussballschuhe an den berühmten Nagel

Im Alter von 35 Jahren, nach 17 Jahren und 430 Spielen für und in GRÜN-WEISS, beendet einer der erfolgreichsten Spieler des TSV Köngen seine tolle Fussballkarriere und wechselt in die legendäre Köngener AH.

Seit seiner Jugendzeit beim TV Unterboihingen und VfL Kirchheim ausgebildet, spielte er ausnahmslos für die Fuchsgrubenkicker.

Dennis widerstand allen finanziellen Angeboten höherklassiger Vereine und blieb seinem TSVK stets treu.

Mit seinem jederzeit tollen und sympathischen Auftreten auf und neben dem Platz ist und bleibt Dennis bei allen innerhalb und außerhalb des Teams hochbeliebt und absoluter Publikumsliebling.

Unsere Nummer 7 tritt ab, bleibt aber in den grün-weißen Herzen

Eine Legende geht vom Platz – Eine Reise durch drei Jahrzehnte Fußballfieber 

Er konnte gerade so laufen, der kleine Mann,
da fing die Liebe zum Fußball bereits an.
Während andere noch lernten, gerade und sicher zu stehen,
war ihm schon längst danach, der schwarz-weißen Lederkugel hinterherzugehen.

Und so war klar, er würde so bald wie möglich ein Teammitglied bei den Knirpsen sein,
der TV Unterbohingen war sein erster Verein.
Schnell wurde allen bewusst: Der kleine Kerl der kann ja richtig was am Ball,
er konnte schnell rennen und kam selten zu Fall.

Über die Jahre ging es hoch auf der Jugend-Leiter,
und der Eindruck eines echten Talentes festigte sich weiter und weiter.
In der D-Jugend wurde dann tatsächlich klar:
Selbst der wfv hat ihn nun für die Auswahl auf dem Radar.
In die Auswahl schaffen es die besonders geschickten Kinder dieses Sports,
sie müssen sich in Ruit beweisen, neben dem Training und Spielen im Verein des eigenen Orts.

Mit seiner Schnelligkeit und spielerischen Klasse stach er weiterhin raus unter den Vielen.
So kam es zum Wechsel und er durfte von nun an für den VfL Kirchheim spielen.
In den letzten Jugend-Jahren konnte er hier seine Klasse als junger Mittelfeldspieler so richtig zeigen,
musste dafür aber auch früh morgens für Spiele Richtung Freiburg oder Heidenheim in den Bus einsteigen.

Zu dieser Zeit trat neben dem Fußball eine zweite Liebe in sein Leben,
um neben dem zeitraubenden Pensum in der Oberliga zu bestehen, musste sie wirklich alles geben.
Die logische und einzige Lösung war, dass auch sie ab sofort mit in den Bus einstieg,
und ihn in seinem so geliebten Hobby unterstützte – egal ob Niederlage, Unentschieden oder Sieg.

Aber nicht nur Tempo, Anspruch und Konkurrenz waren beim VfL zu dieser Zeit auf hohem Niveau,
der Verein bot den jungen Spielern und ihren Fans zwischendrin auch eine echte Show:
1860 München war zu Gast unter der Teck für ein freundschaftliches Spiel,
gegen die Löwen-Stars aufzulaufen bedeutete für den talentierten „Youngster“ natürlich viel.
Trotz mehrerer Ligen Unterschied bot sich ein gutes Match für die begeisterten Massen,
in den Worten eines Lokaljournalisten: „Die Löwen fast gebändigt. Das Ergebnis (0:1) konnte sich sehen lassen.“

Am Ende der Saison machten auch die Herren der Kirchheimer den Aufstieg in die Oberliga klar,
und die Chance dort mitzuspielen, bot sich sogar.
Oberliga bei den Aktiven ist aber im wahrsten Sinne eine andere Liga und klaut den Spielern sehr viel Zeit,
und so war er für einen erneuten Wechsel durchaus offen und bereit.

Ein neuer Abschnitt als erwachsener Spieler stand also bevor,
und trotz vieler Angebote anderer Vereine klopfte er beim TSV Köngen an und der war auch direkt ganz Ohr.
Gutes Niveau des Landesliga-Vereins und ein paar seiner Freunde spielten da auch,
zudem geschickt im Nachbarort gelegen – „ja, da gehe ich hin“, sagte sein Bauch.

Über seine vielen, vielen Jahre beim TSV Köngen könnte man zahlreiche Seiten voll schreiben,
drum geht‘s gleich vor allem um die Highlights, die einem wohl für immer in Erinnerung bleiben.
Um aber vorab kurz aufzuzeigen, was der Begriff Berg und Talfahrt so alles bedeuten kann,
schauen wir uns die 17 Saisons von 2007/2008 bis 2023/2024 im Schnelldurchlauf gemeinsam an:

11 Spielzeiten davon hat er als Aktiver in der Landesliga bestritten,
viermal unter dem Abstieg in die Bezirksliga gelitten,
dreimal gelang der Weg aber auch wieder nach oben – zweimal sogar als direkter Wiederaufstieg!
In über 400 Spielen beim TSVK hat er also eindeutig mehr erlebt als nur Niederlage, Unentschieden und Sieg.

Nun wollen wir wie angekündigt durch ein paar der vielen Highlights rennen,
und da ist natürlich der Aufstieg in die Landesliga in 2011 zu nennen.
Es war sein erster Aufstieg mit diesem Verein – doch es währte nicht lang, das Aufsteigerglück:
Es ging direkt in die Bezirksliga zurück.

Aber die Mannschaft zeigte Willen und sie hatten ihn fest vor Augen, den Coup,
ganz gemäß dem Motto „nächste Saison stoßen wir wieder zu den Landesligisten dazu!“
Und tatsächlich schossen die Köngener dann 52 Tore in der Bezirksliga – Rekord! Das hatte noch niemand erreicht.
Sie wurden Meister und der direkte Wiederaufstieg ging beflügelt und leicht.

Bevor es für gleich mehrere Jahre wieder Landesliga heißen sollte,
passierte jedoch noch etwas, was die Mannschaft ebenfalls wirklich, wirklich wollte:
Ein Spiel gegen Stuttgart gab‘s zu gewinnen – man musste nur eine Bewerbung einsenden.
Durch den Meistertitel war das ein Leichtes und so hielten sie bald die Bestätigung in den Händen:

Der VfB kommt auf ein Spiel in der Fuchse vorbei,
nach 1860 nun also die wirklichen Stars – und er war wieder mit dabei!
Alle haben richtig gut mitgehalten und sich mehr als nur gut angestellt,
er selbst hatte Harnik zweimal beeindruckend abgelaufen und war damit Schwiegerpapas großer Held.
5000 Zuschauer erlebten an diesem Tag im Juli ein echtes Fest,
es war ein Highlight für ihn und den Verein – und Fußballfieber at its best.

2017/2018 dann erkämpften sie sich heldenhaft die Chance auf den Klassenhalt in der Relegation,
nach einem heiß gefeierten Sieg im ersten Spiel hieß es dann in Spiel zwei aber leider doch Endstation.
Es ging also zurück in die Bezirksliga für alle,
und dann erstmal zum Frust Wegtrinken zum jährlichen Ausflug nach Malle.

Doch die zu dieser Zeit immer noch starke Truppe gehörte nicht in diese Liga, nein nein nein.
Und so war das Ziel der neuen Saison recht früh klar – der direkte Wiederaufstieg sollte es sein.
Anfangs sah es dann gar nicht mal so sehr danach aus,
aber die Mannschaft gab nochmal überragend Gas nach hinten raus.
Und hatte es so am Ende tatsächlich noch in der eigenen Hand,
aber nur wenn man gegen alle drei Gegner in der Relegation ein passendes Rezept fürs Siegen fand.

Und tatsächlich gelang ihm und seinen Mannschaftskollegen das, was viele für unmöglich gehalten hatten,
in drei wahnsinnig aufreibenden und spannenden Spielen stellten sie ihre Gegner konsequent in den Schatten.
Eine Schlagzeile der Esslinger Zeitung beschreibt es auf sehr passende Weise:
„Umjubeltes Ende einer mitreißenden Reise“

Und mit absoluter Gewissheit war für viele danach klar,
dass er nicht nur der Mann des Spiels sondern der Mann der Relegation im Gesamten war.
Es lief einfach für ihn, er knallte die Dinger nur so rein,
und konnte mit Selbstsicherheit und mentaler Stärke ein Stützpfeiler und Aufputscher für seine Kameraden sein.

Wer als Anhänger unter den mehr als 4000 Zuschauern dabei war, kann sicher die Bestätigung geben:
Auch als Fan war der Sieg im dritten und letzten Spiel ein besonderer Moment im Fußball-Leben.

Und wenn man Mitspieler und Funktionäre fragt:
„Was waren weitere Highlights in der Karriere von diesem außergewöhnlichen Kicker?“
So bekommt man beim Stichwort Sennerpokal garantiert auch mehr als nur einen Kopfnicker!

Den hat er nämlich gleich zweimal gewonnen: 2013 in Reudern und letztes Jahr in Neuffen nochmal,
an 2013 kann ich mich ehrlicherweise nicht mehr ganz so gut erinnern,
aber die Partien gegen Oberensingen und Frickenhausen in 2023 – mit dieser Truppe hier – waren phänomenal.

In all den Jahren hat er zudem definitiv mehr als 20, ja vermutlich 30 oder gar 40 Tore geschossen –
die exakte Zahl weiß ich nicht genau,
aber was zählt ist: Manche davon waren einfach nur WOW!
Wer meint, das sei doch sicher übertrieben,
dem sei an die Hand gegeben, was die Zeitungen über ihn so schrieben:

  • Essert lässt Grün-Weiß weiterträumen
  • Essert bedient sich vom Silbertablett
  • Akrobat Dennis Essert steuerte zwei blitzsaubere Tore bei
  • Essert als Routinier eine tragende Säule beim TSVK
  • Gegen Esserts Hammer war der Torhüter dann aber chancenlos
  • Dennis Essert zog aus 30 Metern einfach mal ab
  • Esserts 30-Meter-Kracher erlöst Köngen

Und nein, die letzten Schlagzeilen beziehen sich nicht alle auf denselben Schuss aus der Ferne,
denn aus 20, 25 oder 30 Metern schoss er nicht nur gut, sondern auch gerne.
Den Spitznamen Tigerschuss hat ihm also nicht nur ein einzelner gigantischer Treffer eingebracht,
und von einem der schönsten hat tatsächlich mal jemand zufällig ein Video gemacht.
(Zu sehen auf Facebook)

Tja, was hat seine Karriere sonst noch geprägt? Was machte ihn als Spieler und Mensch wirklich aus?
Sie gehören leider auch dazu: die Aufenthalte im Krankenhaus.
Probleme mit den Knien gab es von Anfang an,
Operationen an Kniescheiben und Bändern standen gleich mehrmals an…
Nach langwierigen, gezwungenen Auszeiten kam er aber stets zurück – und zwar gestärkt,
und ging nahezu unbeeindruckt und mit noch mehr Wille wieder ans Werk.

Seine Schnelligkeit und Spritzigkeit sind ihm bis heute geblieben,
sie haben schon einige seiner Gegner in den Wahnsinn getrieben.
Mit 170 cm relativ klein, ist er bei Kopfbällen dennoch geradezu wie ein Flummi hochgesprungen,
und hat damit so manchen Hünen im direkten Duell bezwungen.

Bei Fouls konnte er hingegen schreien wie ein ganz Großer
und mehr als einmal hätte ich mich gerne in den Zuschauerrängen versteckt,
wenn er nach einem klar erkennbaren schauspielerischen Zu-Boden-Gehen plötzlich wieder seine Kräfte entdeckt.

Er war immer ein Teamplayer und setzte sich für die Männer um ihn herum mit vollem Einsatz ein,
selbst wenn er der entscheidende Mann auf dem Platz war, blieb er bescheiden und hielt das klein.
Faire Gesten und respektvollen Umgang mit Gegnern und Schiris hat man von ihm fast immer gesehen,
und nie in über 30 Jahren musste er mit einer glatt roten Karte vom Platze gehen.

Einsatz für und Loyalität gegenüber dem Verein sind dann sicher an abschließender Stelle zu nennen,
die Chancen sind groß, dass 100 von 100 Menschen hier ihn wirklich persönlich kennen.
Beim TSV gibt es das Sprichwort „Einmal Grün-Weiß, immer Grün-Weiß“.
Er hat dem Taten folgen lassen und dafür sind ihm Viele dankbar im grün-weißen Kreis.

Mein Schatz, Fußball hat mehr als 30 deiner 35 Lebensjahre bestimmt,
es ist eine Leidenschaft die dir bis heute – und sicher auch darüber hinaus – viel mehr gibt als sie dir nimmt.
Und ohne Frage gäbe deine Fitness noch weitere Spielzeiten her,
doch die Knochen schmerzen zunehmend und die Regeneration fällt mehr und mehr schwer.

Drum hast du dich entschieden, die Aktive zu verlassen und künftig der AH anzugehören,
ein sinnvoller Schritt – lass dich vom Begriff „Altherren“ nicht zu sehr stören!
Dennis, ich weiß, dass dir diese Entscheidung nicht leichtgefallen ist,
das ist auch klar, wenn man wie du durch und durch Fußballer ist.
Aber du bist selbst zu der Überzeugung gekommen, diesen Schritt nun zu gehen –
und du hast deine Engsten, wie wir hier alle sitzen, hinter dir stehen.

Ja, nicht nur für dich geht damit eine Ära zu Ende,
auch für uns hier, besonders für deine Mama und mich, kommt damit ebenfalls eine Wende.
Es gab kaum Zeiten im gemeinsamen Leben ohne mehrmaliges Training und am Wochenende ein Spiel
und dass wir dich auf dieser Reise beobachten, begleiten und anfeuern durften, bedeutet uns viel.

Für die kommenden Jahre und Jahrzehnte wünschen wir alle dir weiterhin viel Spaß am Ball,
denn – sind wir ehrlich zueinander – gegen den wirst du mit 90 am Krückstock noch treten, auf jeden Fall!

Genieße den Abend nach deinem letzten Spiel bei den Aktiven heute,
und nun würde ich sagen: ein kräftiges „Alibi“ auf die Rückennummer 7, liebe Leute!