TSV Verein

TSV Meldung

TSV Köngen - Vereinsmeldungen

TSV Verein, Fussball Team I /

Umjubeltes Ende einer mitreißenden Reise - Köngen steigt in die Landesliga auf

Der TSV Köngen schießt sich mit einem überraschend souveränen 5:1-Sieg gegen Weilheim zurück in die Landesliga

Die dritte Aufgabe entpuppte sich als die einfachste. Mit einem 5:1-Erfolg gegen den TSV Weilheim hat der TSV Köngen gestern Nachmittag vor über 2000 Zuschauern in Jesingen auch die letzte und entscheidende Relegationshürde genommen. Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen seiner Fußballabteilung ist der Verein damit zurück in der Landesliga.

Eigentlich waren regulär noch vier Minuten zu spielen. Eine Zeit, in der im Fußball schon so allerhand Verrücktes passiert ist. Nicht aber an diesem Tag, nicht bei diesem Spiel, da waren sich die überlegenen Köngener zu einhundert Prozent sicher. Vier Minuten noch – und die bereits ausgewechselten Offensivhelden Dennis Essert, Sven Römer und Michael Rüttinger hüpften sich an der Seitenlinie Arm in Arm schon einmal warm für den anstehenden Sturm auf das Spielfeld. Ein Moment zum Genießen für alle, die es gestern Nachmittag mit dem TSVK hielten, und das waren unter den rund 2200 Zuschauern im rappelvollen Sportgelände des TSV Jesingen nicht wenige.

TSV Weilheim nach schwacher Leistung tief enttäuscht

„Vor so vielen Zuschauern sich so schlecht zu präsentieren, das schmerzt“, zeigte sich Weilheims Trainer Benjamin Geiger nach der 1:5-Pleite gegen die vor Spielbeginn noch niederklassigeren Köngener tief enttäuscht. Die Weilheimer, die aus der Landesliga eigentlich schon abgestiegen waren und nur dank des Rückzugs von NAFI Stuttgart in die Relegation rutschten, waren in Geigers Augen vor allem in Durchgang eins „in allen Belangen unterlegen“. Ob es daran lag, dass etliche Spieler schon vor der entscheidenden Partie ihren Abschied vom TSVW bekannt gegeben hatten, sei dahingestellt. „Nach diesem Spiel kann dieser Eindruck natürlich aufkommen“, räumte Geiger ein, der erst in der 38. und 46. Minute mit Matteo Stefania und Daniel Dominkovic die beiden gefährlichsten Torschützen in dieser Saison eingewechselt hatte. als

Als die „Landesliga, wir kommen“-Rufe aus dem grün-weißen Fanblock immer lauter wurden, hatte Schiedsrichter John Bender ein Einsehen. Pünktlich pfiff der Unparteiische ab und besiegelte damit den souveränen Sieg des Bezirksliga-Vizemeisters gegen einen glücklich in die Relegation gerutschten Landesliga-14., der trotz seiner einmaligen Chance gegen den mental top eingestellten Herausforderer spielerisch wie kämpferisch nicht den Hauch einer Chance hatte.

„Überwältigend und verdient“, jubelte Rafael Horeth, als der Aufstieg feststand. Der Köngener Kapitän, der keinen Zweikampf gescheut hatte und entscheidend daran beteiligt war, dass sein Team wesentlich reifer und stabiler als der Gegner wirkte, verkörperte wie kein Zweiter die pure Willenskraft, die die Köngener auch in der dritten Relegationsrunde auszeichnete. Unter der Woche lag Horeth ebenso wie Abwehrkollege Philipp Nuffer noch mit einem grippalen Infekt im Bett. Doch er kämpfte sich durch und beschenkte damit auch sich selbst: Denn knapp ein Jahr nachdem Horeth an seinem Geburtstag im entscheidenden Relegationsspiel gegen die TSV Oberensingen aus der Landesliga abgestiegen war, drehte er den Spieß nun um und feierte einen Tag vor seinem 28. Geburtstag die große Rückkehr.

„Die Geschichte musste einfach so enden“, befand Köngens Trainer Daniel Rieker. Gemeint war nicht nur Horeths persönliche, sondern die seiner gesamten Mannschaft über die Relegationsrunde hinweg. „Zweimal Verlängerung, einmal Elfmeterschießen und dann noch das 100-jährige Jubiläum – unglaublich“, zeigte sich Rieker stolz über die Leistung seines Teams, das schon in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse gesorgt hatte.

Von Beginn an suchten die Köngener mit schnellen Pässen in die Spitze ihren bulligen Stoßstürmer mit der Mario-Gomez-Rückennummer 33. Michael Rüttinger, über den ein Großteil aller gefährlichen Aktionen in Durchgang eins lief, setzte seinen Körper dreimal spielentscheidend ein: Welches Körperteil beim 1:0 in Minute 17 mit von der Partie war, war bei der unübersichtlichen Gemengelage im Weilheimer Strafraum nicht genau zu erkennen. Nach eigenen Angaben war es seine Hüfte, mit der Rüttinger den Ball nach einer Hereingabe von Dennis Essert in die Maschen beförderte. Das 2:0 machte er in bester Mittelstürmer-Manier mit rechts, als er zum Entsetzen der auf Abseits spielenden Weilheimer mutterseelenallein auf Keeper Jonas Schmidt zumarschierte und eiskalt abschloss (25.).

Mit einem Zufallsprodukt, einem nicht richtig getroffenen Fernschuss über den verdutzt dreinschauenden Felix Rühs im TSVK-Tor hinweg, weckte Salih Egrlic kurzzeitig Weilheimer Hoffnungen, doch nur eine Minute nach dem 1:2 war Köngen sofort wieder zur Stelle. Liegend im Weilheimer Sechzehner schöpfte Rüttinger aus seinen körperlichen Vorteilen erneut Kapital und steckte auf Sturmpartner Sven Römer durch, der freistehend zum Gegenschlag vollstreckte (33.). „Das 3:1 war ganz wichtig. Damit haben wir ihnen schon in der ersten Halbzeit den Zahn gezogen“, wusste Rüttinger, der eine Woche zuvor wegen seiner Hochzeit frühzeitig vom Feld musste, dieses Mal aber sogar noch vor der Pause das 4:1 mitbejubeln durfte, nachdem Erstrunden-Held Dennis Essert dem patzenden TSVW-Torhüter Schmidt an der Torauslinie den Ball abgeluchst hatte und nur durch ein Foul zu stoppen war. Standard-Spezialist Erik Edwardson verwandelte den Strafstoß sicher (37.).

Im zweiten Durchgang schaltete der TSV Köngen in den Verwaltungsmodus, ohne wirklich in Gefahr zu geraten. Nennenswerte Torchancen der Weilheimer blieben weiterhin aus, bis Edwardson kurz vor Schluss nach einer Vorarbeit des eingewechselten Dominik Signus mit dem 5:1 für die endgültige Entscheidung sorgte (86.), den Köngener Anhang in Ekstase und Trainer Rieker ins Schwärmen versetzte. „Ein Aufstieg als Meister ist geil“, so Köngens Trainer, „aber drei Relegationssiege sind eine noch geilere Reise“ – eine Reise, deren Endstation dick und breit auf seinem frisch verteilten Aufsteiger-TShirt stand: „Landesliga, wir kommen!“

TSV Weilheim – TSV Köngen 1:5

TSV Weilheim: Schmidt – Ayyildiz (38. Stefania), Brandner, Unger, Korbiakis (75. Schaufler) – Sari, Egrlic, Djorovic, Kottmann (46. Dominkovic), Yilmaz (61. Heth) – Dogan.

TSV Köngen: Rühs – Seidler (65. Bauer), R. Horeth, Nuffer, Schweizer – Essert (85. Stockbauer), Hummel, Rieker, Edwardson – Römer (76. Signus), Rüttinger (84. Werner).

Schiedsrichter: Bender (Tübingen).

Zuschauer: 2200.

Tore: 0:1 (18.), 0:2 (25.) Rüttinger, 1:2 (32.) Egrlic, 1:3 (33.) Römer, 1:4 (37./Foulelfmeter), 1:5 (86.) Edwardson.